Bio-Nischenkulturen gesucht?

Mit steigendem Anteil an Bio-Flächen kann man in den letzten Jahren auch vermehrt Felder mit diversen Nischenkulturen erkennen. Da die Fruchtfolge im Biolandbau ein wesentliches Element darstellt, macht es durchaus Sinn, auf eine Nischenkultur zu setzen. Doch jede Kultur hat gewisse Ansprüche an den Boden, die Düngung, die Vorfrucht und das Klima.

Kichererbsen werden hauptsächlich in subtropischen Anbaugebieten der Welt kultiviert, da sie kaum Ansprüche an den Boden stellen und mit wenig Wasser auskommen. Doch neue, angepasste Züchtungen wie die Kichererbsen-Sorte TWIST sind pflanzenbaulich gut für den Anbau in Österreich geeignet. TWIST hat ein helles Korn und eine sehr gute Kornqualität, welche wichtig für die Speiseeignung ist. Da die Kichererbse eine hohe Wärmesumme benötigt, ist ein Anbau im pannonischen Trockengebiet zu empfehlen. Der Anbau sollte Ende April bis Anfang Mai bei einer Bodentemperatur ab 12 °C im Saathorizont erfolgen. Als Saatmenge haben sich 60 keimfähige Körner pro m² (bei 300 g TKG und 85 % KF – ca. 250 kg) in Einzelkornsaat bewährt. Dadurch ist auch eine Unkrautbekämpfung mit der Hacke möglich. Die Saattiefe sollte nicht zu tief bei 4 – 5 cm liegen.

Positives Image und guter Geschmack

Lupinen haben zurzeit in der Bevölkerung ein gutes Image, da die Lupine keine GMO-Kultur ist. Ein hoher Proteingehalt, guter Geschmack und hohe Wasserbindung zeichnen die Lupine in der Verarbeitung aus. Grundsätzlich werden bei der Lupine drei Arten unterschieden: die gelbe, die weiße und die blaue Lupine. Lupinen benötigen einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 und eine kühle Witterung. Dadurch sind das Mühl- und Waldviertel für den Lupinenanbau geeignet. Idealer Anbauzeitpunkt ist Ende Februar bis Anfang März bei einer Bodentemperatur von 4 °C. Auch Spätfröste bis zu -5 °C sind kein Problem. Als Saatmenge sind 100 Körner/m² bei der blauen Lupine (ca. 150 – 180 kg/ha) und 60 Körner/m² bei der weißen Lupine (ca. 220 – 260 kg/ha) zu wählen. Aufgrund der epigäischen Keimung sollte die Saattiefe nur 2 – 3 cm betragen. Eine Impfung mit eigenen Lupinen-Rhizobien ist auf jedem Fall zu empfehlen. Im Ertragsniveau liegt die weiße Lupine vor der blauen Lupine, jedoch hat die blaue Lupine mit 120 bis 140 Tagen eine kürzere Vegetationszeit als die weiße Lupine mit 140 bis 170 Tagen.

Für trockene Standorte geeignet

Öllein ist eine Pflanze für das Trockengebiet und kommt gut mit trockener Witterung zurecht. Der Öllein kann sowohl in der Fütterung als auch in der menschlichen Ernährung eingesetzt werden. Die Aussaat kann bei einer Bodentemperatur ab 7 °C Ende März bis Anfang April erfolgen. Die Saattiefe sollte bei 2 – 3 cm liegen. Für eine optimale Bestandesdichte sind 500 bis 700 Pflanzen/m² erforderlich, das ergibt eine Saatmenge von 50 – 70 kg/ha. Mit der Sorte EXQUISE gibt es eine gut standfeste und gesunde Sorte, welche hohe Kornerträge und sehr hohe Omega-3-Gehalte liefert. Bei zu hohem verfügbaren Stickstoff kann es zur Lagerung kommen. Beim Feldaufgang sollte bei warmer und trockener Witterung der Erdfloh beobachtet werden.

Thomas Unger, BSc, DIE SAAT Bio-Fachberater

Kichererbse

Neue, angepasste Züchtungen sind pflanzenbaulich gut für den Anbau in Österreich geeignet.