Humusaufbau mit Zwischenfrucht: Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar

Und so bemerken wir nicht gleich etwas vom unterirdischen Leben in unseren Äckern. Die Humussphäre ist das Fundament für ertragreiche und stresstolerante Böden.

Wir neigen dazu unsere Äcker und Wiesen als „Flächen“ wahrzunehmen. Nach dem Motto: „Aus den Augen – aus dem Sinn“ vergessen wir gerne, dass es sich dabei aber um dreidimensionale „Körper“ handelt.

Und dieser mächtige Körper ist nicht nur Substrat für unsere Pflanzen. Vielmehr ist er Wohnraum für eine Vielzahl an Lebewesen. Die unterirdische Biodiversität ist in Flora und Fauna um ein Vielfaches mehr als die am Licht. Von größeren Wirbeltieren wie Maulwürfen über die Regenwürmer bis hin zu Pilzen und Einzellern lebt und ernährt sich hier eine unvorstellbare Biomasse. So können in einem Bodenwürfel von 1 m Kantenlänge und 30 cm Tiefe bei guter Bodenqualität mehr als 1,6 Billionen Bodenorganismen vorkommen. Und Pilze gehören mit einer Biomasse von ca. 1000 g pro 300 l Boden zu den massenstärksten und damit auch ökologisch höchst relevanten Arten, gefolgt von Bakterien, Strahlenpilzen und Regenwürmern.

Und so bieten humusreiche Böden nicht nur genug Luft zum Atmen, er dient auch als Speicher für Nährstoffe und Wasser.

Aber wie funktioniert Humusaufbau und was kann man selber dazu beitragen?

Pflanzen geben in Form von einfachen Zuckern Kohlenstoff als Wurzelausscheidungen (Exsudate) in den Boden ab. Das sind rund 20% ihrer Photosyntheseleistung. Aus diesen Zuckern beziehen Mikroorganismen ihre Energie. Je länger also lebende Pflanzen am Feld stehen, umso mehr Futter steht dem Bodenleben zur Verfügung. Und je aktiver das Bodenleben ist, desto schneller kann Pflanzenmaterial zu Humus verarbeitet werden. So kommt einer überlegten Fruchtfolge und dem Anbau von Zwischenfrüchten große Bedeutung zu. Bei den Zwischenfrüchten gibt es allerdings auch enorme Unterschiede. So ist heute bekannt, dass die Wurzelmasse in etwa zweimal so viel zur Humusmehrung beiträgt, wie das oberirdische Material. Deshalb ist es wichtig beim gezielten Zwischenfruchtanbau auf die Zusammensetzung der Mischung zu achten. Zu einem ausgewogenen C/N-Verhältnis ist vor allem die Wurzelverteilung wichtig. Neben Tiefwurzlern wie Ölrettich sollen auch Arten mit hohen Feinwurzelanteilen wie Phazelia oder Rauhafer vertreten sein. Die Leguminosen bringen mit ihren Knöllchenbakterien den Luftstickstoff unter die Erde und Öllein und Sonnenblumen fördern die Mykorrhiza.

Eine Mischung, die alle diese Anforderungen erfüllt ist HumusPluss aus dem Ackergrün-Programm von DIE SAAT. Ein ausgewogenes Mischungsverhältnis von 11 hochwertigen Pflanzenarten lässt HumusPluss einen wertvollen Beitrag zur Humusmehrung leisten. Damit das auch bestmöglich funktioniert, soll HumusPluss möglichst lange am Feld stehen.

Informationen, auch zu allen Ackergrün-Mischungen von DIE SAAT, finden Sie im aktuellen „Fachblatt für Zwischenfrüchte“. Außerdem steht Ihnen das Beratungstelefon unter 0664 6274242 zur Verfügung.

Die genauen Rezepturen dieser Mischungen sowie weitere Fachinformationen finden Sie im aktuellen „Fachblatt Zwischenfrüchte & Begrünung„. Für individuelle Beratungen steht Ihnen außerdem das Beratungstelefon unter 0664/627 42 42 zur Verfügung.

Gabriele Hirsch, MSc, DIE SAAT Fachberaterin Grünland, Sämereien und Zwischenfrüchte

Ein ausgewogenes Mischungsverhältnis von 11 hochwertigen Pflanzenarten lässt HumusPluss einen wertvollen Beitrag zur Humusmehrung leisten