Sonnenblume – Eine Pflanze, viele Alternativen

Die Sonnenblume ist in der Landwirtschaft eine überaus attraktive Kultur am Feld und in der Fruchtfolge. Doch bei der Wahl der Sorte ist einiges zu beachten, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Sonnenblume

Verarbeitungsrichtung des Erntegutes und Herbizid-Toleranz sind wichtig bei der Wahl der passenden Sorte.

Die grundsätzliche Frage, die man sich stellen muss, ist die der Verarbeitungsrichtung des Erntegutes. Es gibt die Möglichkeit der normalen Ölsonnenblume, der High Oleic Sonnenblume oder der gestreiften Sonnenblume für die Vogelfutterproduktion. Nach der Auswahl der Verarbeitungsrichtung geht es zum nächsten Schritt.

Auswahl der Herbizid-Toleranzen

Gleich vorweg sei gesagt, dass jede Sorte, ob mit oder ohne Herbizid-Toleranz, im Vorauflauf behandelt werden kann. Diese Methode ist äußerst Kultur-schonend, da die Sonnenblumenpflanze nicht direkt besprüht wird, aber eine eher kostenintensive Behandlung. Vorauflauf empfiehlt sich besonders bei ausreichend feuchten Bodenverhältnissen und einem feinen Saatbett. Ist dies jedoch nicht gegeben und der Unkrautdruck zu hoch, muss eine weitere Spritzung im Nachauflauf erfolgen, um der Sonnenblume die optimalen Wachstumsbedingungen bieten zu können. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, zwischen zwei spezifischen Herbizid-Toleranzen zu wählen.

Herbizid-Toleranz gegenüber Sulfonylharnstoffen

Bei Sorten, die eine Herbizid-Toleranz gegenüber Sulfonylharnstoffen besitzen, ist im Nachauflauf eine Herbizid-Behandlung mittels Express®SX möglich. Die Pflanze besitzt eine natürlich gefundene Toleranz gegenüber dem Herbizid und die Kulturführung kann sehr gut und preisgünstig durchgeführt werden. Anwendung sollte Express ®SX auf jeden Fall finden, wenn es Probleme mit Disteln am Feld gibt. In der Praxis gibt es die Möglichkeit einer Soloanwendung (45 g Express ®SX – im 4 bis 6 Blattstadium der Sonnenblume) oder des Splittings. Beim Splitting findet jeweils eine Applikation im 2 bis 4 Blattstadium und im 6 Blattstadium mit jeweils 30 g Express®SX statt. Zwei Sorten, bei welchen die Anwendung von Express®SX im Nachaufl auf möglich ist, sind SUMIKO (im Ölsonnenblumen-Bereich) und die neue Sorte ES JURASSIC SU (im High Oleic-Bereich). Beide Sorten sind pflanzenbaulich ideal für das österreichische Sonnenblumenanbaugebiet geeignet und zeigen in der Praxis sehr gute Ergebnisse.

Sorten mit Imazamox-Toleranz bei Ambrosia-Bekämpfung

Für Landwirte, die bei der Herbizid-Behandlung auf die Bekämpfung von Ambrosia setzen bzw. angewiesen sind, sind Sorten mit einer Toleranz gegenüber Imazamox von Bedeutung. Bei diesen Sorten wurde die natürliche Toleranz gegenüber Imazamox (IMI) eingezüchtet und die Anwendung von Pulsar® Plus im Nachauflauf ist möglich. Viele Sorten sind durch die Abkürzung CLP (Clearfield®Plus) oder CL (Clearfield®) im Sortennamen erkennbar und vertragen Pulsar® Plus (2,0 l/ha) im Nachauflauf. Zu beachten ist, dass bei Clearfield® Sorten (CL) eine reduzierte Aufwandsmenge von 1,6 l/ha Pulsar® Plus im Nachauflauf anzuwenden ist. Nach der passenden Auswahl der Verwendungsrichtung, kombiniert mit der passenden Herbizid-Toleranz, steht einem erfolgreichen Sonnenblumenanbau nichts mehr im Wege.

Eine Sortiments-Übersicht aller DIE SAAT Sonnenblumen-Sorten für den Frühjahrtsanbau 2022 finden Sie hier sowie im „Fachblatt Saatgut Frühjahr 2022“ und im „Fachblatt Bio Frühjahr 2022„.

Bernhard Rapf, BSc, DIE SAAT Sortenentwicklung Ölfrüchte