Engerlingschäden im Dauergrünland 2018 – ein Unglück kommt selten allein!

Zu den bereits von der Dürre stark geschädigten Dauergrünlandbeständen gesellt sich nun ein weiteres Problem. Die Engerlinge des Maikäfers verhindern vielerorts eine Erholung der Wiesen.

Durch die bereits im Frühjahr eingetretene Trockenheit...

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© RWA
...gepaart mit der folgenden Sommerhitze und anhaltendem Fehlen von Niederschlägen, sind die Wiesen regional schon stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit den nun eingetretenen Regenmengen erholt sich das Grünland schön langsam wieder.

Deshalb fallen jetzt die Flächen auf, die braun bleiben. Wo dies der Fall ist, sollte unbedingt auf den Befall mit Engerlingen kontrolliert werden. Diese Kontrolle führt man am besten durch das Ziehen an Grasbüscheln durch. Sobald sich diese leicht abheben lassen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Engerlinge die Wurzeln schon stark reduziert haben. Unter einer weiteren, dünnen Erdschicht sollten sich die Schädlinge dann finden lassen.

Ermittlung der Schadschwelle

Laut der Einschätzung von DI Peter Frühwirth (LWK OÖ) im OÖ. Grünlandinfomail 8/2018 vom 28.8.2018 ist die Schadschwelle wie folgt anzulegen:
  • Jetzt im 1. Jahr (Flugjahr, 2018): 40 Engerlinge/m²
  • Im 2. Fraßjahr (2019): 30 Engerlinge/m²
Tipp: 20 mal 20 cm freilegen und die Engerlinge zählen. Die Zahl mit 25 multiplizieren = Zahl der Engerlinge/m². Und das an mehreren Stellen wiederholen.

In den traditionellen Befallsgebieten des Bezirkes Rohrbach bzw. des Sauwaldes kann es zu einem Befall  von bis zu 300 Engerlingen/m2 kommen. Aber auch in Regionen, welche bislang wenig mit Engerlingen zu tun hatten, treten diese heuer auf.

Schon ab der genannten Schadschwelle ist Handlungsbedarf gegeben. Und das kann laut DI Frühwirth nur Umbruch bedeuten! Mit Kreiselgrubber oder Kreiselegge ist die Grasnarbe zu öffnen, so dass die Engerlinge dem Tageslicht bzw. der Strahlung ausgesetzt werden. Auch wenn viele Landwirte einen Umbruch vermeiden wollen, so ist das die einzige nachhaltige Lösung. Denn wenn heuer nichts gegen die Engerlinge unternommen wird, ist der Schaden nächstes Jahr (2019) nur umso größer. Das schon alleine deshalb, weil sich diese weiter entwickeln und 2019 noch mehr Nahrungsbedarf haben.

(Fast) normale Ernte im nächsten Jahr durch Neuanlage möglich

Durch die Neuanlage noch heuer kann nächstes Jahr wieder mit einer (fast) normalen Ernte von den behandelten Wiesen gerechnet werden. Zum Anbau nach der mechanischen Bearbeitung eignen sich die ÖAG-Qualitätsmischungen von DIE SAAT ausgezeichnet. Je nach Nutzung der Flächen können zB. Dauerwiese B, Vielschnittwiese VS oder aber auch Weidemischungen wie Dauerweide G zur Ansaat herangezogen werden. Bis max. zum 15. September sollten die Arbeiten allerdings abgeschlossen sein, da die Bestände vor einem Wintereinbruch noch eine gewisse Entwicklung erreichen müssen.

Für weitere Informationen gibt es ein Beratungshandbuch der LK OÖ („Der Feld- Maikäfer – Grünlandwirtschaft mit dem Engerling“). Informationen zu Saatgutfragen erhalten sie unter www.diesaat.at oder 0664/627 42 42.
Autor:
Gabriele Hirsch, MSc., DIE SAAT Service Team