Es grünt nicht immer grün – wenn die Wiesen im Spätsommer braun werden


Wiederkehrende Niederschläge und moderate Temperaturen haben das Grünland heuer nicht so gestresst wie der Hitzesommer 2019. Das sollte dem Befall der Gräser mit Rosten entgegenwirken. Aber trotzdem ist Obacht geboten. Das Sporenpotenzial ist aus den letzten Jahren sehr hoch und auch die feuchte Witterung begünstigt einen Pilzbefall.

Eine Behandlung betroffener Bestände mit Fungiziden ist wegen fehlender Zulassungen im Grünland nicht möglich. Es bedarf also pflanzenbaulicher Maßnahmen, um die Wiesen ausreichend zu schützen. Dabei kommt der Sortenwahl bei Neuanlage, aber auch Nachsaat, größte Bedeutung zu. So ist Rostanfälligkeit eine sehr wichtige Boniturnote in der österreichischen beschreibenden Sortenliste für Gräser (AGES).

Verjüngte, nachgesäte Bestände sind jedenfalls stresstoleranter und vitaler. Mit den ÖAG-geprüften Qualitätssaatgutmischungen von DIE SAAT stehen zu Neuanlage und Nachsaat hochwertige Mischungen mit passenden Sorten zur Verfügung.

Besonders geeignet zur (periodischen) Nachsaat ist die Spätsommersaat August/ Mitte September. Auch eine ausreichende, regelmäßige Nährstoffversorgung trägt zur Vitalität des Grünlandes dauerhaft bei.

Am meisten betroffen ist der 4. Schnitt. Sollte ein Auftreten von Rost bemerkt werden, so sollte der Bestand zeitnah gemäht und siliert werden. Zwar sind die Roste nicht nachgewiesen toxisch, doch verlieren die Gräser sehr schnell an Futterwert und es können bei größeren Mengen an Pilzmaterial Folgeerkrankungen bei Tieren nicht ausgeschlossen werden.

Nutzen Sie das Jahr 2020 noch zur Revitalisierung bestehender Grünlandflächen. Ihre Wiesen werden es Ihnen nächstes Jahr danken. Denn auch 2021 gibt es mit Wetter und Schädlingen genug Herausforderungen, für die Sie Ihre Flächen fit machen können.

Für betriebsspezifische Anfragen steht Ihnen unter 0664/627 42 42 das Beratungstelefon zur Verfügung. Informationen zu den ÖAG-Qualitätsmischungen finden sie auch in unserem Fachblatt für das Grünland.

Autor: Gabriele Hirsch, MSc, DIE SAAT Fachberaterin Grünland, Sämereien & Zwischenfrüchte