Welche Saattechnik passt für die Sojabohne?

Bei der Frage nach der besten Saattechnik für die Sojabohne herrscht auch unter Fachleuten Uneinigkeit.

Es gibt in der Praxis alle Varianten: von 70 cm Reihenabstand bis zu 12 cm Drillabständen. Es hat auch schon viele Exakt- und Praxisversuche zu diesem Thema gegeben. Allerdings haben diese Versuche in Österreich nicht zu eindeutigen und über Jahre
hindurch abgesicherten Ergebnissen geführt.

000- und 0000-Sorten verzweigen sehr wenig

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Nur im frühen Reifebereich hat sich relativ klar herausgestellt: 000- und 0000-Sorten erreichen den Höchstertrag nur über höhere Bestandesdichten von ca. 70 Korn/m² und verzweigen sehr wenig. Diese hohe Pflanzenanzahl wird nur bei Drillsaat entsprechend gleichmäßig auf der Fläche verteilt. Voraussetzung dafür ist eine exakte Tiefenablage in einem optimalen Saatbeet. Die Sojabohne bringt bei lockeren, gut durchlüfteten Böden mit gutem pH-Wert die höchsten Erträge.

Unterschiedliche Erfahrungen im 00-Bereich

Im 00-Bereich wurden unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In guten Sojajahren bzw. Jahren mit ausreichend Feuchtigkeit ist die Drillsaat mit Saatstärken von 60 Korn/m² meist die optimale Variante. Unter trockenen Bedingungen und nicht optimalen Verhältnissen bringt die Einzelkornsaat oft höhere Erträge. Entscheidend ist auch die einzelbetriebliche Maschinenausstattung. Einzelkornsaattechnik ist bei jedem Maisbauern vorhanden und kann auch zum optimalen Zeitpunkt eingesetzt werden. Ein großer Vorteil ist dabei die exakte Kornablage und bei ungünstigen Bedingungen auch der bessere Feldaufgang. Es wird sowohl bei Einzelkornsaat als auch beim Drillen auf doppelten Reihenabstand (durch den kleineren Kornabstand in der Reihe) oft ein besseres Durchstoßen der Kruste beobachtet.

Kräftigere Stängel bei Einzelkornsaat

Bei Einzelkornsaat entwickelt die Sojabohne kräftigere Stängel und damit verbunden eine bessere Standfestigkeit. Die Bestände bleiben etwas kürzer und bilden ein größeres Wurzelsystem. Dies dürfte der Grund sein, warum die Einzelkornsaat bei trockenen Bedingungen meist höhere Erträge erzielt. Der Hülsenansatz war durch die Einzelkornsaat aber nicht höher. Ein Vorteil ist auch die zusätzliche Möglichkeit der Rhizobienimpfung mit einem Granulat über den Mikrogranulatstreuer der Einzelkorn-Sätechnik.

Soja als Hackfrucht

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Oft wird Soja auch als Hackfrucht geführt. Bei Einzelkornsaat besteht hier die Möglichkeit mit der Hacke eine Bodenlockerung und Unkrautkorrektur durchzuführen. Dabei sollte man aber nicht große Steine nach oben holen bzw. Unebenheiten verursachen, weil diese einen tiefen Drusch inklusive der unteren Hülsen behindern können. Ein Nachteil bei 70er-Reihen ist, dass die Pflanzen bei einer Lagerung eventuell auf dem Boden aufliegen und nicht auf den zu weit entfernten Nachbarpflanzen. Bei nasser Herbstwitterung kann, durch den früheren Lichteinfall, außerdem eine stärkere Spätverunkrautung Druschprobleme verursachen.
Ein guter Kompromiss sind engere Reihenabstände von 30 bis 45 cm mit Einzelkornsaat um viele dieser Vorteile nutzen zu können.

Gut verzweigende Sorten für die Einzelkornsaat

Für die Einzelkornsaat braucht man Sorten, die gut verzweigen: Über Jahre hindurch haben sich die Sorten LENKA (00) und NAYA (00) bewährt. Beide Sorten bringen selbst bei, durch die Einzelkornsaattechnik oft notwendigen, verringerten Bestandesdichten entsprechende Erträge. Auch die neuen Sorten XONIA (00) und DH 4173 (0) zeigten in den Versuchen und im Praxisanbau ein sehr hohes Potential zu mehreren Seitentrieben und Verzweigungen und sind mit der raschen Jugend, der großen Blattmasse und der hervorragenden Unkrautunterdrückung im Herbst sicher auch für weite Reihenabstände geeignet.

Eine Aussaat bei guten Bodentemperaturen liefert eine raschere Jugendentwicklung und damit verbunden einen höheren Hülsenansatz. Ein verfrühter Anbau bringt nicht wie z. B. bei Mais eine frühere Ernte.
Autor:
Ing. Josef Plösch