© RWAWintergerste: Sortenwahl macht den Unterschied
Bei Wintergerste gewinnen neben hohen Kornerträgen auch Kornqualität, Futterwert und Anbausicherheit zunehmend an Bedeutung.
Wintergerste ist für viele Betriebe eine wichtige Herbstkultur, in den vergangenen Jahren hat die Züchtung große Fortschritte gemacht. Moderne zweizeilige Wintergersten haben beim Ertrag deutlich aufgeholt und überzeugen zusätzlich mit hohen Hektolitergewichten, großen Körnern und einem hohen Futterwert. Damit rückt die Frage „zwei- oder mehrzeilig?“ in den Hintergrund; vielmehr geht es heutzutage darum, welcher Sortentyp am besten zu Standort und Betriebsziel passt.
Zweizeilige und mehrzeilige Wintergersten verfolgen unterschiedliche Strategien, die je nach Standort ihre Vorteile ausspielen. Mehrzeilige Wintergersten bilden mehr Körner je Ähre und überzeugen durch ihre hohe Ertragssicherheit. Besonders auf leichteren Böden oder unter trockeneren Bedingungen zeigen sich ihre Vorzüge, da sie Ertragsschwankungen besser ausgleichen können. Zweizeilige Wintergersten überzeugen mit größeren und schwereren Körnern. Sie erreichen häufig höhere Hektolitergewichte und bieten eine ausgezeichnete Kornqualität. Dank der züchterischen Fortschritte der vergangenen Jahre sichern sie sich frühzeitig hohe Erträge auf leistungsfähigen Standorten durch ihre Ährendichte.
Leistungsstarke Sorten
Mit RGT Alessia steht eine leistungsstarke mehrzeilige Wintergerste zur Verfügung, die hohe Erträge mit einer breiten Anpassungsfähigkeit verbindet. Besonders hervorzuheben sind die gute Standfestigkeit sowie die Ryd2-Toleranz gegenüber dem Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV), wodurch die Sorte auch unter erhöhtem Virusdruck eine hohe Ertrags-sicherheit bietet.
Im Bereich der zweizeiligen Wintergersten überzeugt Arthene mit einer gelungenen Kombination aus Ertrag, Standfestigkeit und Blattgesundheit. Besonders hervorzuheben ist das sehr hohe Hektolitergewicht, das auch unter trockenen Bedingungen zur Absicherung der Kornqualität beiträgt.
Mit Paquita ergänzt eine neue zweizeilige Wintergerste das Sortiment. Sie vereint ein sehr hohes Ertragspotenzial mit einer Ryd2-Toleranz gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus (BYDV). Die sehr gute Standfestigkeit und der hohe Vollgerstenanteil sorgen außerdem für eine ausgezeichnete Futterqualität und machen die Sorte besonders für viehhaltende Betriebe interessant.
Standort und Betriebsziel entscheiden
Die Wahl zwischen zwei- und mehrzeiliger Wintergerste ist keine Grundsatzentscheidung, sondern sollte sich an den jeweiligen Standortbedingungen und Betriebszielen orientieren. Moderne Sorten bieten in beiden Bestandesformen ein hohes Ertragspotenzial sowie ausgezeichnete agronomische Eigenschaften. Mit RGT Alessia, Arthene und Paquita stehen leistungsfähige Sorten zur Verfügung, die den unterschiedlichen Anforderungen der Praxis gerecht werden und eine wichtige Grundlage für einen erfolgreichen Wintergerstenanbau bilden.
Anna Weilinger - DIE SAAT Sortenentwicklung Getreide