Wintertriticale, Sorte Brehat, Frontale, Häuser, Felder, Wiesen, Baumreihe und Himmel im Hintergrund © RWA

Wintertriticale: Hohe Standfestigkeit und gute Erträge

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Bei Triticale trägt eine gezielte Sortenwahl wesentlich zur Steigerung des Betriebserfolgs bei.

Triticale ist nach Winter­weizen und Wintergers­te Österreichs drittgröß­te Getreidekultur – so­wohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft. Für viele landwirt­schaftliche Betriebe ist Triticale dabei ein wesentlicher Bestandteil in der hofeigenen Futterration. Auch die Ver­wertung von Stroh am eigenen Be­trieb spielt eine große Rolle.


Da die Stärken der Sorten bei Er­tragsleistung, Wuchshöhe, Pflanzen­gesundheit und Standfestigkeit unter­schiedlich ausfallen, hilft eine gezielte Sortenauswahl dabei, den Betriebser­folg beim Anbau von Triticale zu stei­gern. Der folgende Überblick über die leistungsfähigsten Sorten soll dafür eine Entscheidungshilfe sein.


Für extensive Standorte und Biobe­triebe sind langstrohige und gesunde Sorten meist die erste Wahl. Die langstrohige Sorte Bicross ist dafür besonders gut geeignet. Gegenüber allen wichtigen Blattkrankheiten ist die Sorte sehr gut tolerant, insbeson­dere die ertragsrelevanten Rostkrank­heiten können sie kaum infizieren und auch gegenüber Ährenfusarium ist Bicross sehr tolerant. Bicross ist zudem eine besonders frühreife Sor­te. Auch das ist auf extensiven Stand­orten und in Randlagen entschei­dend, um rechtzeitig sauberes und gesundes Futtergetreide zu ernten.


Auch Brehat zählt zu den lang­strohigen Sorten. Sie ist neben einer guten Toleranz gegenüber Blatt­krankheiten auch auswuchstolerant und toleriert damit auch feuchtere Reifebedingungen für einen längeren Zeitraum.


Wenn der Kornertrag im Vergleich zum Strohertrag deutlich höhere Pri­orität hat, bieten sich die beiden Sor­ten Rivolt und Rugiro an. Rivolt ist besonders tolerant gegenüber Fusa­rium, was sich auch in Untersuchun­gen der AGES zum Gehalt an DON-Toxinen in künstlich infizierten Ver­suchen bestätigt hat. Wenn im Gegensatz zu den letzten beiden Jah­ren Gelbrostinfektionen auftreten, sollte Rivolt vorbeugend mit einem Fungizid behandelt werden.


Die neue Sorte Rugiro ist gegen­über allen Blattkrankheiten sehr to­lerant. Sie erlaubt damit auch auf besseren Standorten mit höherem Krankheitspotenzial einen Verzicht auf oder eine Reduktion von Fungi­zidanwendungen. Zugleich weist die Sorte bei mittlerer Wuchshöhe eine ausgesprochen gute Standfestigkeit auf. Rugiro ist damit einfach zu füh­ren und bringt auf allen Standorten sehr hohe Erträge.


Auf besonders ertragsstarken Standorten steigen die Anforderun­gen an die Standfestigkeit noch wei­ter. Unübertroffen in der Standfestig­keit ist die sehr kurzwüchsige Sorte RGT Flickflac. Sie bringt sehr kons­tant hohe Ertragsleistungen und la­gert auch bei hoher N-Nachlieferung kaum.


Philipp Karoshi – DIE SAAT Sortenentwicklung Getreide

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