Winterweizen, Sorte Ernestus, Kolbenweizen, Halbfrontale, grüne Ähren, blauer Himmel im Hintergrund © RWA

Winterweizen: Mit der richtigen Sorte zum Erfolg

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Die Vegetationsperiode 2025/26 stellte den Winterweizen vor unterschiedliche Herausforderungen.

Nach einem kalten Winter starteten die Winterweizenbestände vielerorts verhalten in das Früh­jahr. Ab März fehlten heuer über längere Zeit die Niederschläge. Diese Trockenheit verlangsamte die Bestandesentwicklung und stellte die Pflanzen insbesondere auf leichten Böden vor große Herausforderungen. Gleichzeitig sorgte die trockene Witterung für einen vergleichsweise geringen Krankheitsdruck. Mit der Hitzeperiode Ende Juni wurde die Kornfüllung schließlich deutlich verkürzt und die Be­stände reiften innerhalb kurzer Zeit ab.


Gerade unter solchen Bedingungen zeigt sich der Wert einer leistungsfähigen Sorte. Hohe Erträge entstehen nämlich nicht allein durch Ertragspotenzial, sondern durch das Zusammenspiel von Standfestigkeit, Blattgesundheit, Stickstoffeffizienz und einer guten Anpas­sung an Standort und Witterung.


Stabile Erträge durch ausgewogene Eigenschaften


Mit Ernestus, Ambientus und Hoku stehen drei Winterweizensorten zur Verfügung, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und sich dadurch für verschiedene Betriebsstrategien eignen.


Ernestus überzeugt als robuster Ertragsweizen mit breiter Anpassung. Besonders hervorzuheben ist die zügige und gleichmäßige Abreife, wodurch auch bei raschem Vegetationsabschluss eine sichere und zeitgerechte Ernte er­möglicht wird. Darüber hinaus zeichnet sich Ernestus durch ein stabiles Hekto­litergewicht aus – ein Vorteil, der insbesondere in Jahren mit Hitze und verkürzter Kornfüllung zur Absicherung der Kornqualität beiträgt. Dank seiner guten Bestockungsleistung eignet sich Ernestus für unterschiedliche Stand-orte und zeigt seine Stärken besonders dort, wo die Bedingungen von Jahr zu Jahr stark variieren.


Ambientus verbindet Ertrag und Qualität auf hohem Niveau. Die Sorte zeichnet sich durch eine hohe Backqualität, eine außergewöhnliche Blattgesundheit und eine zuverlässige Standfestigkeit aus. Besonders hervorzuheben ist die geringe Auswuchsneigung, die für eine hohe Fallzahlstabilität sorgt. Dadurch bietet Ambientus auch in Jahren mit schwierigen Erntebedingungen eine hohe Vermarktungssicherheit. Zusätzlich zeigt die Sorte sehr geringe DON-Toxine und empfiehlt sich damit insbesondere für Regionen mit erhöhtem Fusariumrisiko, etwa nach Maisvorfrucht oder bei feuchtwarmer Blüte. Diese Kombination von Eigenschaften macht Ambientus zu einer interessanten Wahl für qualitätsorientierte Betriebe.


Hoku richtet sich an Betriebe mit Fokus auf maximale Ertragsleistung. Die Sorte überzeugt durch hohe Kornerträge und eine ausgezeichnete Stickstoffeffizienz. Für das hohe Leistungspotenzial sollte jedoch Braunrost im Fungizidmanagement gezielt berücksichtigt werden. Unter intensiver Bestandesführung auf guten Standorten kann Hoku seine Ertragsstärke besonders gut ausschöpfen.


Sorte an Standort anpassen


Die unterschiedlichen Eigenschaften der drei Sorten ermöglichen eine gezielte Anpassung an die jeweiligen Betriebs- und Standortbedingungen. Ernestus empfiehlt sich als vielseitiger Allrounder mit stabilen Leistungen auch unter wechselnden Umweltbedingungen. Ambientus punktet mit seiner Kombination aus Ertrag und Gesundheit, während Hoku besonders auf leistungsfähigen Standorten sein außergewöhnliches Ertragspotenzial ausschöpfen kann.


Die Vegetationsperiode 2025/26 hat einmal mehr gezeigt, dass Wetterextreme zunehmend den Pflanzenbau prägen. Kalte Winter, Trockenperioden im Frühjahr und Hitze während der Kornfüllung verlangen Sorten mit hoher Anpassungsfähigkeit und einem ausgewogenen Eigenschaftsprofil. Die richtige Sortenwahl bleibt daher eine der wichtigsten Grundlagen für einen erfolgreichen Winterweizenanbau.

 

Anna Weilinger - DIE SAAT Sortenentwicklung Getreide